Zink-Nickel: Bewährte Oberfläche – vielseitige Problemlösung
Zink-Nickel ist ein bewährtes Verfahren in der Oberflächenbeschichtung – aber zugleich die Antwort auf vielfältige neue Oberflächenanforderungen. Aktuelle Normüberarbeitungen wie die VW Norm TL 244 zeigen den Trend ebenso wie noch junge Verfahren, z. B. die biegefähige Beschichtung FleXXKorr.
Der heute übliche Materialmix im Fahrzeugbau gewinnt durch Zink-Nickel neue konstruktionstechnische Freiheitsgrade, da eine Zink-Nickel-Beschichtung der Stahlteile eine direkte Verbindung von Stahl und Aluminiumteilen ermöglicht. Die modernen Verbrennungsmotoren verlangen andere Oberflächenkonzepte für den Motorraum. Auch hier bietet Zink-Nickel mit einer Temperaturbeständigkeit von bis zu 200°C neue Ansatzpunkte. Selbst in Sachen Verschleißschutz und Härte setzt Zink-Nickel Zeichen und garantiert Qualität und Langlebigkeit für stark beanspruchte Bauteile wie z. B. für Anwendungen im Bereich Fahrwerk, Brems- oder Schließsysteme. Die elektrolytisch abgeschiedene Legierungsschicht aus Zink mit ca. 12-15 % Nickelanteil bietet höchsten Korrosionsschutz, u. a. durch die spezielle Kristallstruktur der Oberfläche. Mehr als 720 h Beständigkeit gegen Rotrost (neutraler Salzsprühtest nach DIN EN ISO 9227) sind ohne Probleme schon bei geringen Schichtstärken von 10 µm möglich.
Durch diese positiven Eigenschaften steht außer Frage, warum sich das vielseitige Verfahren nun bereits seit knapp 30 Jahren in dem breiten Markt der funktionellen Oberflächen in der „Oberliga“ behauptet. Holzapfel gehört seit 1983 zu den Pionieren auf dem Gebiet der Zink-Nickel-Oberflächen und hat diesen Know-how-Vorsprung immer genutzt, um in Sachen Zink-Nickel Maßstäbe zu setzen. Z. B. mit der sicheren Oberflächenlösung ZnNi TransKorr. TransKorr erfüllt die Normvorgaben ohne allgemein übliche zusätzliche Versiegelung und bietet damit deutliche Vorteile bei hohen Anforderungen an Passmaße oder Dichtflächen.
Eine besonders interessante Zink-Nickel-Lösung bietet FleXXKorr: Durch den Einsatz eines speziellen Elektrolyten in Verbindung mit einer eng definierten Badführung werden gezielt Kristallstruktur und Korngrößen der Abscheidung verändert. Es bildet sich eine umformbare Zink-Nickel-Legierungsoberfläche, die ein ganz neues Wertstromdesign zulässt. Erst beschichten – dann biegen! Das hilft Ressourcen im Bereich Transport und Logistik zu schonen, bringt aber auch Einsparungen im Handling. Auch hier mit oder ohne Versiegelung, je nach Anforderung. So stellt es eine wichtige Oberflächenlösung dar, z. B. für Rohrleitungssysteme in Hydraulik oder Automobilindustrie oder für andere Bauteile, die beschichtet und umgeformt werden.
Die Zink-Nickel-Oberflächen der Holzapfel Group erfüllen alle gängigen
Automobilnormen. Dass auch hier das vielseitige Verfahren ein Top-Thema ist, zeigt die gerade erst neu erschienene Überarbeitung der VW Norm TL244 (Ausgabe 2010-12). Die neue Norm erhöht u. a. nochmals die Anforderungen an die Dokumentation der Oberflächenmorphologie (Schichtstruktur) und Oberflächen-Rauheit, aber auch an die Salzsprühbeständigkeit. Zudem erweitert die Norm die Überprüfung der Korrosionsbeständigkeit von versiegelten Oberflächen durch die Kombination mit aufwändigen Klimawechseltests.
Besonders interessant: In die überarbeitete Norm wurde erstmalig die biegefähige Zink-Nickel-Oberfläche unter Ofl-r647 als eigenständige Schutzart mit aufgenommen. Ein weiteres Indiz für die zunehmende Bedeutung dieser Möglichkeit.
Es ist also heute besonders lohnend, sich mit Zink-Nickel-Oberflächenlösungen auseinanderzusetzen. Dem aktuellen Zink-Nickel-„Hype“ folgend hat auch die Holzapfel Group schnell reagiert: Um der zusätzlichen großen Nachfrage nach Zink-Nickel-Schichten (speziell auch für Trommelware) gerecht zu werden, stehen zwei weitere neu umgerüstete Anlagen für anspruchsvolle Oberflächenveredelung zur Verfügung – rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche.
Potential sieht das Holzapfel Group Innovationsteam außerdem in der Anwendung von speziellen sauer abscheidenden Zink-Nickel-Elektrolyten. Doch dazu mehr in einer der nächsten galvano news Ausgaben.





