Wussten Sie eigentlich schon,…

Galvanisierungsgestell mit Innenanoden

Schematische Darstellung der Anodentechnik im Beschichtungsprozess
was sich hinter dem Begriff Innenanodentechnik verbirgt? Und sind Sie neugierig, was diese Technik mit der Schichtstärke auf Ihren Bauteilen zu tun hat? Möchten Sie mehr über die Innenanodentechnik und ihre Vorteile in Sachen gleichmäßige Schichtdickenverteilung erfahren?
Beim Galvanisieren wird das zu beschichtende Bauteil in eine wässerige Metallsalzlösung, den Elektrolyten oder auch das Beschichtungsbad, eingetaucht und an den negativen Pol einer Gleichstromquelle (Kathode) angeschlossen. Das abzuscheidende Metall, z. B. alkalisch Zink, befindet sich in sogenannten Lösebehältern (mit Zinkmetall gefüllte Körbe) in einem kontinuierlichen Kreislauf mit dem Elektrolyten. Im Bad befinden sich auch die positiv kontaktierten Anoden aus geeigneten, im Elektrolyten nicht löslichen Metallen.
Die galvanischen Prozesse finden dann im elektrischen Feld zwischen Anode und Kathode statt: Das abzuscheidende Metall wird in wässrig gelöster Form als Ion zur Kathode transportiert und dort durch Entladung in metallischer Form schichtbildend abgeschieden. Die physikalischen Gesetzmäßigkeiten des anliegenden elektrischen Feldes führen überall dort zu einer verstärkten Metallabscheidung, wo die Feldlinien besonders dicht verlaufen. Im Gegenzug dazu sind die erreichten Schichtstärken dort niedrig, wo eine geringe Feldliniendichte vorliegt.
Eine ausgeklügelte Gestelltechnik, unterstützt durch den Einsatz passiver Technik mittels Abblendungen oder Abschirmungen, ermöglicht im Zusammenspiel mit geeigneten und leistungsfähigen Elektrolyten dennoch eine Schichtstärkenoptimierung.
Innenanoden für korrosionsbeständigere, funktionssichere Bauteile
Eine weitere Verfeinerung der Schichtstärkenstreuung lässt sich über eine aktive Beeinflussung des elektrischen Feldes erreichen: Dabei werden gezielt zusätzliche Anoden, sogenannte Innenanoden, an definierten Positionen der Warenträger eingesetzt. Im Gegensatz zu den stationären Hauptanoden im Elektrolyten sind mobile zusätzliche Anoden am Warenträger installiert. Diese Innenanoden werden von einem separaten Gleichrichter mit definiertem Strom bzw. Spannung gespeist.
Gemeinsam bewirkt dieses Anodensystem, dass der Metallüberzug auf dem gesamten zu beschichtenden Werkstück gleichmäßig abgeschieden wird, die Schichtstärkenstreuung also minimiert wird. Die Vorteile dieser Technologie bestehen insbesondere darin, dass durch die gleichmäßige Schichtdickenverteilung die Bauteilfunktion sichergestellt und die Korrosionsbeständigkeit verbessert wird. Auch Schwachstellen am Bauteil werden so zuverlässig minimiert.
Innenanoden für nachhaltige Beschichtungslösungen
Bei der Holzapfel Group profitieren insbesondere die Verfahren Zink-Nickel und Zink-Nickel FleXXKorr von der Innenanodentechnik. So wird eine sehr homogene Oberflächenbeschichtung auch auf komplexen Bauteilen möglich. Der Einsatz einer zusätzlichen Innenanode kann auch die Einstreuung bei vorhandenen Vertiefungen oder Hinterschneidungen entscheidend verbessern. Damit werden nicht nur schwierige Oberflächenveredelungsaufgaben überhaupt erst darstellbar, sondern eine Vermeidung von Überschichtstärken ermöglicht letztendlich auch eine Optimierung von Energie- und Rohstoffeinsatz.




